Engel – Irdische Spuren eines himmlischen Phänomens

Ausstellung im Weihnachtshaus Husum vom 4. November 2011 bis zum 15. Januar 2012

In der diesjährigen Weihnachtsausstellung beschäftigt sich das Weihnachtshaus mit dem Thema Engel. Und das wirft Fragen auf: Gibt es überhaupt Engel? Hat jeder Mensch seinen eigenen Schutzengel? Kann man mit Engeln kommunizieren? Fragen zwischen Himmel und Erde, die sich nicht auf der Basis der Geistes- oder Naturwissenschaften beantworten oder belegen lassen. Denn mit irdischen, menschlichen Mitteln ist nicht fassbar, welche Geschöpfe zwischen Gott und den Menschen agieren, von welcher Beschaffenheit sie sind und ob wir Menschen von ihnen geleitet werden oder sie zur Hilfe bewegen können. Verschiedene Begriffe für das Phänomen der Engel, zu denen auch die Dämonen zählen, finden sich schon in vorbiblischer Zeit, nicht nur in der jüdischen Literatur und später in der katholischen und protestantischen Theologie treffen wir auf Hierarchien von Engeln, auch der Islam kennt den Begriff der Engel. Seit der textlichen Darstellung der Engel im Alten und Neuen Testament haben die Menschen begonnen, sich diese Wesen bildlich vorzustellen, später den Versuch unternommen, diese auch im Bild darzustellen. In der frühen christlichen Kunst erscheint der Engel, den biblischen Texten folgend, als männliche Person, erst um die Wende zum 5. Jahrhundert erhält die Engelsfigur Flügel. Nach der Renaissance erfährt das Engelsbild eine Wandlung nach der Mode der Zeit, von der himmlischen Erscheinung zum Gefährten des Menschen im Barock bis hin zur kindlichen Engelsputte im Rokoko. Waren die großformatigen Engel-Darstellungen als Gemälde und Skulpturen zunächst nur den Kirchen, Klöstern oder Adelshäusern vorbehalten, so bringt das 19. Jahrhundert eine Engelfülle für jede Gelegenheit hervor, für Trauer und Schutz, zur Erbauung und Schmuck.

Die Ausstellung im Weihnachtshaus beschäftigt sich mit dieser Vielfalt an Darstellungen, hauptsächlich für das häusliche Umfeld. Engel, hergestellt von Laienkünstlern, entstanden aus tiefer Volksfrömmigkeit wie im Erzgebirge des 19. Jahrhunderts, Nürnberger Rauschgoldengel als frühes Serienprodukt hergestellt oft von sozial Bedürftigen zur Erhaltung ihrer Existenz, Postkartendarstellungen als Massenprodukte, als postalische Weihnachtsgrüße modern wurden, und die unzähligen Heerscharen an musizierenden, schenkenden, backenden oder kochenden Weihnachtsengeln, die heute aus der Produktion des Erzgebirges bis nach Übersee weihnachtlichen Wohnstuben eine besondere Art deutscher Weihnachtsstimmung vermitteln. Alte Plakate und Werbedarstellungen, in denen ein Produkt mit Hilfe von Engeln zu einer himmlischen Geschenkidee erhoben wird, runden die Ausstellung ab.
Der historische Laden begleitet die Ausstellung mit einem großen Angebot an ausgesuchter Literatur zum Thema Engel, Adventskalendern, Kunstkarten, schönen Ausstechern für die Weihnachtsbäckerei sowie einer reichen Auswahl an kleinen und großen Engelsfiguren aus Nürnberg, dem Erzgebirge und Südtirol.