"Zimmer" (Erdgeschoss)

In diesem „Zimmer“ werden Sie in die Zeit des Schimmelreiterautors Theodor Storm zurückversetzt. Ein nach Beschreibung des Dichters gestalteter Weihnachtsbaum macht deutlich, mit wie viel Liebe und Kunstfertigkeit der Baumschmuck in Eigenarbeit im 19. Jahrhundert gestaltet wurde.

Neben der geklebten, geschnittenen und vergoldeten Baumzierde widmet sich die Ausstellung in diesem „Zimmer“ auch den anderen Zeugnissen des Biedermeierschmuckes und der Frage wie sich der Tannenbaumständer veränderte. Von ganz pragmatisch bis hin zu glanzvoll verschnörkelt, vom leichtfüßigen Dreibeinständer bis hin zum gusseisernen Wasserreservoir zeigt die Sammlung eine große Bandbreite unterschiedlicher Exponate.

Das Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm 1845/46